Diese Latte Art-Spekulationen erinnern mich stark an Wolkendeuten. Jede und jeder sieht etwas anderes. Ein solcher Sachverhalt lädt ein zu einer kleinen epistemologischen Studie, in der wir uns der Frage widmen: Was informiert meine Fantasie? TRIGGER-WARNUNG: Philosophisches Bullshit-Bingo.

Ich sehe im obigen Bild einen Papagei oder womöglich einen Kakadu, der auf einem Ast sitzt und mit seinem großen Kullerauge in die Kamera starrt. There. I said it. Was seht ihr? Auch einen Vogel? Hättet ihr den auch gesehen, wenn eure Wahrnehmung nicht seit dem Lesen der Überschrift dahingehend geprimet wäre? Wer weiß…

Und, angenommen, eine weitere Person würde unvoreingenommen auf diese Schaumkunst schauen und für sich befinden: „Das sieht aus wie ein Vogel!“, was genau ist es, das diese arbiträren, schwungvollen, braunen Linien eine solche Assoziation hervorbringen lassen? Wo genau entsteht hier die platonische Wesenhaftigkeit des Vogels? Oder hat der Betrachter doch nur zu viele Drei-Fragezeichen-Kassetten gehört und fühlt sich an das Artwork der ersten Folge erinnert?

Irgendwie sieht das ja doch eher aus wie ein Karpfen, der aus dem Wasser springt. Oder ein Krokodilmaul. Aber wieso bin ich eigentlich immer noch im Tierreich? Wieso sieht das nicht aus wie eine Eisenbahn oder ein Rasenvertikutierer? Ob Marcus weiß, auf welche Irrfahrten er mich da jeden Morgen schickt?

Euch allen ein schönes Wochenende!