Vielleicht ist die zweite Iteration einer Serie ein zu früher Zeitpunkt, um Ausreißer vorzustellen. Die zweite Folge der Simpsons ist schließlich auch kein Halloween-Special. Wo kämen wir denn da hin. Aber ich gebe das Programm hier nicht vor, sondern Marcus.
Marcus ist krank. Daher also heute technisch reproduzierbarer, nicht-auratischer Vollautomatenkaffee. Walter Benjamin doesn’t approve. Zur Feier des ungewöhnlich gewöhnlichen Tages möchte ich diesem medienphilosophischen Bullshit-Bingo gerne noch ein Konstrukt hintzufügen, an das ich gerade denken musste: Die Privation. Oder auch die Idee, dass eine Sache in ihrem eigenen Fehlen mitschwingen kann.
Und so schauen wir heute in diesen tragisch inhaltsleeren Milchschaum und gedenken Marcus, dessen immer einzigartige Kaffeekunst wir heute schmerzlich vermissen. Wo ich genauer hinschaue, hat die runde, braune Blötsche mit dunklem Rand doch etwas zellenartiges. Der helle erdnussförmige Kern erinnert auch irgendwie an ein erdnussförmiges Kaffee-Crema-Embryo, das darauf wartet, in großartigem Latte Art hervorzustoßen. Ganz klar: Da kündigt sich etwas an. Foreshadowing einer kunstvollen Zukunft für diese Serie und unsere Morgenspaziergänge nach Marcus‘ Rückkehr.
Gute Besserung!