Mal etwas, das nichts mit Filmen zu tun hat: Meine Kolleginnen und ich pflegen ein morgendliches Ritual: Wir holen wir uns jeden Tag um 8:30 einen Kaffee bei Marcus‘ klapprigem Kaffeemobil an der Hauptstraße. Marcus ist cool, Marcus ist schnell, Marcus ist kein Latte Artist.
Aber etwas an der Art, wie er geschäftig und dennoch beherzt, ja fast liebevoll den Kaffee durch die schaumige Milchbläschendecke in meinen Becher donnert, hat etwas kunstvolles.
Kunst ist schließlich von der Intention ihres Erzeugers zu entkoppeln, das Kunstwerk erhält seinen auratischen Wert in der Betrachtung und Deutung der Rezipientin. So zumindest will es die meinungs(halb)starke Kunstwissenschaft.
Nun denn, was hat Marcus uns nun also heute kredenzt? Ist es ein Schwan? Ein Kamel? Anders herum betrachtet: ein Elefant? Ist es ein leidenschaftlicher und doch abstrakter Kommentar über den Niedergang der Kleinunternehmerschaft in Deutschland? Es ist, meine Wortwulstleidtragenden, was immer wir sehen wollen.
Guten Morgen und guten Durst!